Licht und Lichtschutz im Museum

  1. Beleuchtungsplanung
  2. Tageslicht
  3. Stromschienen und Strahler
  4. Vitrinenbeleuchtung
  5. Glasfaserbeleuchtung, Lichtrohre

Tageslicht

Tageslicht als gratis Lichtquelle

Bei der Frage, ob und wie viel Tageslichtbeleuchtung ein Museum erhalten soll, wird gerne auf das psychologische Argument verwiesen, dass Besucher sich wohler fühlen wenn ein gewisser Tageslichtanteil und eine Sicht nach draußen gegeben ist. Dem steht entgegen, dass von allen Lichtquellen das für die Kunstwerke schädlichste Licht ist (siehe Kapitel Lichtschäden). Ein weiterer Nachteil ist die ungewisse Verfügbarkeit des Tageslichts -abhängig von Uhrzeit, Wetter und Jahreszeit. Je mehr Tageslicht abends oder in den Wintermonaten zur Verfügung stehen soll, desto größer müssen die Öffnungen sein. In den meisten Museen mit weitgehender Tageslichtnutzung sind in den Sommermonaten deutlich überhöhte Beleuchtungsstärken festzustellen (JLIS).

Ein weiterer Nachteil von Tageslicht liegt darin, dass es weniger die Wände beleuchtet als den Boden. Bei seitlichen Fenstern fällt die Beleuchtungsstärke zum Rauminneren hin rapide ab.

Es sind daher erhebliche Anstrenungen notwendig, um das Licht dosiert dorthin zu bekommen wo es beleuchten soll. Es muss gestreut, gefiltert und variabel gelekt werden.

Lichtstreuung reicht von einfachen Milchglaskuppeln über Mattverglasungen bis hin zu Vorhängen aller Art. Auch Lichtstreuelemente lassen sich gestalterisch einsetzen (Mattverglasung mit durchsichtigem Ausschnit und bedruckter Lichtstreuvorhang, Universitätsmuseum Utrecht, NL). Mit Lichtstreuung allein lässt sich die Beleuchtungsstärke allerdings nur wenig beeinflussen.

Museen sehen daher oft doppelte Rollos vor, (doppelte Rollos Augustinermuseum Freiburg)

 

Tageslicht lässt sich in nur gewissem Rahmen lenken und dosieren (Tageslicht-Lenksysteme, durch Lichtsensoren schaltbare Jalousien und Vorhänge (Staff)), jedoch weitaus schwieriger als Kunstlicht.

Kombination von Tages- und Kunstlicht    

 

Kunsthaus Zürich
Kunsthalle NRW, Düsseldorf
 
     

Tate Gallery, London: helle Decke, dunkle Wand
Museum Ludwig in Köln
 
Tageslicht erfordert viel Lichtschutzaufwand: Lichtstreuung durch Vorhänge, Mattglas. Bei seitlichen Fenstern starker Lichtabfall vom Fenster nach innen.
Van Gogh Museum, Amsterdam
Museum Fondation Beyeler
     
Wallraf-Richartz-Museum, Köln
Kunsthistorisches Museum, Wien
Institut du Monde Arabe, Paris
     
Bankverein
Mercedes-Benz Museum, Stuttgart
     

TWD als Tageslichtsystem

Viele Materialien, die für die Anwendung vor Absorberwänden geeignet sind, bestehen aus Strukturen, die das Licht streuen oder umlenken. http://www.fvtwd.de/prinzip.htm

Dies wird in der Praxis genutzt um eine Verbesserung der Raumausleuchtung mit natürlichem Tageslicht zu erreichen.

Lichtrohre am Potsdamer Platz Berlin lenken Tageslicht in die Untergeschosse, aus: Brandi 2001

Tageslichtsysteme siehe z.B. Solalicht

 
Heliotrop, aus: Brandi 2001 
Lichtlenkglas, aus: Brandi 2001
 
Um keine Blendungen entstehen zu lassen, wird die Tageslichtlenkung nur im oberen Fensterbereich angewendet

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