Tipps & Tricks aus der Praxis



nach obenVorbereitung des Begasungszelts

Damit Sie gut arbeiten können, sollte das Begasungszelt rundum mindestens 80 cm kleiner sein als der Raum. Sehen Sie ggf. auch ausreichend Platz vor für den Stickstoffgenerator. Rechnen Sie mit ein, dass sich das Zelt beim Fluten mit Stickstoff aufbläht. Entfernen Sie daher evtl. Nägel aus den Wänden, kleben Sie scharfe Stellen mit Klebeband ab und stellen Sie sicher, dass das aufgeblähte Zelt nicht mit heißen Leuchtmitteln in Berührung kommt.

Säubern Sie den Boden von allen scharfkantigen Partikeln. Ist der Boden selbst rau, empfiehlt es sich, zunächst eine oder mehrere Bahnen dicke PE-Folie 0,2 mm auszulegen und am Boden mit Klebeband gegen Verrutschen zu sichern (Malerkrepp, Gewebeband Tesa Silber o.ä). Diese Unterlagefolie sollte mindestens 30 cm größer sein als das spätere Zelt, damit auch die Ränder der Bodenfolie gut geschützt sind.

Legen Sie dann die Zeltfolie aus (Ergoflex). Soll das Zelt breiter als 4 m werden, schweißen Sie zunächst zwei Folienbahnen aneinander. Die Bodenfolie sollte rundum ca. 20 cm größer sein als das spätere Zelt. Sichern Sie Bodenfolie mit einigen Stücken Klebeband gegen Verrutschen. Betreten Sie die Folie nicht mit Schuhen.

Rollen Sie Teppichboden aus auf der Größe des späteren Zelts und verkleben die einzelnen Bahnen mit Klebeband.
Überdecken Sie die Folienränder mit andersfarbigen Teppichstreifen. Diese Streifen dienen nur dem Schutz der Folie während Sie das Zelt bestücken. So können Sie den Teppich auch mit Hubwagen befahren.

Verschweißen von Folienbahnen
Ausrollen des Teppichbodens
Bedecken der Ränder mit andersfarbigem Teppichboden
Verkleben der Randstreifen mit Klebeband
   

nach obenKombinieren von Stickstoffquellen mit Sauerstoffabsorbern

Bei größeren Stickstoffbehandlungen kann es sehr interessant sein, eine Stickstoffquelle (Flaschenstickstoff oder Stickstofferzeuger) mit Sauerstoffabsorbernn (z.B. ZerO2)zu kombinieren. Der Gedanke besteht darin, mit der Stickstoffquelle den Sauerstoffgehalt von 20% auf 1,0 oder 0,5 % zu erniedrigen. Bereits nach fünfmaligem Spülen des Zelts liegt der Sauerstoffgehalt bei ca. 0,7 - 1,0% (je nach Reinheit des Stickstoffs).

Um den Sauerstoffgehalt weiter abzusenken, sind nochmals eine ganze Reihe Spülungen mit zunehmend reinem Stickstoff erforderlich, wobei alle Stickstofferzeuger bei zunehmender Reinheit immer weniger Stickstoff liefern. Hier bieten sich Sauerstoffabsorber als kostengünstige Lösung an, den restlichen Sauerstoff aus dem Folienzelt zu entfernen.

Es ergeben sich wesenliche Vorteile:

Um die Sauerstoffabsorber erst zuzugeben, wenn im Zelt <1% Sauerstoff erreicht ist, werden sie vor dem Verschließen des Zelts in einer mit einer Klemmleiste abgeklemmten Ecke untergebracht. Sobald die entsprechende Sauerstoffkonzentration erreicht ist, wird die Klemme entfernt und die Sauerstoffabsorber rutschen ins Zelt. Wenn Sie das Zelt selbst zurechtschweißen, können Sie das Zelt dafür auch mit einer sackartigen Ausstülpung in Bodennähe versehen, die sich leicht abklemmen lässt.

Zum Abklemmen lassen sich unsere Clipleisten 100 cm verwenden. Die Folie wird mit dem Schlauch in ein Aluminium-U-Profil (mit abgerundeten Ecken) gedrückt. Die Folie bleibt hierbei unversehrt. Die Dichtigkeit der Klemmkonstruktion ist für ein kurzzeitiges Abklemmen auf jeden Fall ausreichend.

Die abgeklemmte Ecke bzw. Ausstülpung lässt sich auch als Schleuse verwenden, um nachträglich Dinge wie Sauerstoffabsorber, Oxy-eye , Messgeräte oder Kleinteile ins Zelt zu schmuggeln. Die Ecke wird abgeklemmt, aufgeschnitten, befüllt und wieder dicht verschweißt. Danach wird die Klemmleiste geöffnet und der Inhalt rutscht ins Folienzelt. Sofern erforderlich lässt sich dieser Vorgang mehrmals wiederholen.


nach obenWo werden die Anschlüsse angelegt?

Die meisten Anschlüsse sind relativ schwer. Damit diese nicht an der Folie ziehen, sind diese bevorzugt so anzubringen, dass sie am Boden aufliegen können. Kabel und Schläuche sind am Boden festzukleben, damit niemand darüber stolpert und an den Schläuchen zieht.


nach obenPrüfung auf Dichtigkeit

Der einfachste Test besteht darin, das Zelt unter einen gewissen Überdruck oder mit dem Staubsauger auf einen gewissen Unterdruck zu setzen und bei geschlossenen Anschlüssen abzuwarten, ob sich der Druck über mehrere Tage hält. Dieser Test ist allerdings zeitraubend und aufgrund möglicher Temperatur- und Druckschwankungen nur sehr grob. Zum Aufspüren möglicher Lecks eignen sich Rauchgasvernebler.


nach obenAbsaugen mit dem Staubsauger

Der Staubsauger eröffnet weitere Möglichkeiten, Stickstoff und Zeit zu sparen: Bei Zelten ohne Innengerüst lässt sich das Luftvolumen vor Beginn der Behandlung so z.T. sehr stark vermindern. Sofern die Kunstwerke dadurch nicht gefährdet werden und auch die Folie nicht von spitzen Ecken bedroht ist, lässt sich mit dem Staubsauger sogar ein gewisser Unterdruck herstellen. Aber auch während der Behandlung, wenn das Zelt sich stark aufgebläht hat, kann der Staubsauger das Volumen reduzieren, indem er an den geöffneten Abluftschlauch angeschlossen wird.


nach obenÜberprüfen des Sauerauerstoffmessgeräts

Die gängigen preisgünstigen Sauerstoffmessgeräte arbeiten mit elektrolytischen Zellen, die einer erheblichen Drift unterliegen, auch schon innerhalb weniger Wochen oder Monate. Sie müssen daher in regelmäßigen Abständen überprüft bzw. kalibriert werden. Dies kann zum einen durch Anschluss an den Gasstrom einer Stickstoffflasche bekannter Reinheit geschehen.
Es lässt sich jedoch auch ein geeigneter Kalibrierbeutel selbst herstellen:

In einem Beutel aus ESCAL-Folie oder einseitig Alu-Verbundfolie / einseitig ESCAL werden 1 oder mehrere Beutel ATCO FTM 2000 S eingeschweißt, zusammen mit 1 oder mehreren Sauerstoffindikatoren Ageless-eye. Nach 24 h entsteht im Beutel eine Sauerstoffkonzentration von <0,1%, angezeigt durch die rosa Farbe des Ageless-eye.
Diese Sauerstoffkonzentration von quasi Null im Beutel (<<0,1%) lässt sich sehr gut einsetzen, um das Restsauerstoffmessgerät zu überprüfen.
Die Stelle, an der mit der Nadel eingestochen wurde, lässt sich nachher mit einer Folienschweißzange abschweißen. Auf diese Weise bleibt der Beutel dicht und kann viele Male verwendet werden. Der Kalibrierbeutel lässt sich auch verwenden, um Ageless-eye und Restmengen ATCO aufzubewahren. Wird ein einzelnes Ageless-eye benötigt, wird es an eine Ecke geschüttelt, die Ecke abgeschweißt und dann das eye herausgeschnitten (siehe auch Didaktik)
Test mit Sauerstoffmessgeraet GMH 3691. Das Display zeigt 0,1% Restsauerstoff.
 

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