Auch Silikagel, Aktivtonerde und Molekularsiebe adsorbieren polare Schadstoffe wie Formaldehyd, SO2, NO2, vor allem jedoch Wasser (Parmar 1991, Knight 1994, Morris 1998). Noch leichter als Aktivkohle geben sie die Schadstoffe bei erhöhter Luftfeuchtigkeit oder Temperatur auch wieder ab. Auf diese Weise können durch Silikagel u.U. Schadstoffe von einer Vitrine in eine andere übertragen werden, wenn z.B. Silikagel oder ART SORB aus einer trockenen, schadstoffbelasteten Vitrine herausgenommen und in eine feuchtere Vitrine gestellt wird.
| Eine gewisse Bedeutung haben Molekularsiebe (Zeolithe) als Sorbentien für Chlor, wie es z.B. von Kunstwerken aus PVC freigesetzt wird (Shashoua 1999) und zur Adsorption von Essigsäure bei Acetatfilmen (Ram 1994, Kodak Molekular Sieve, erhältlich bei Mono-C). Hierfür sind allerdings dichte Verpackungen oder sehr große Mengen Zeolith notwendig (Morris 1998; Ligterink, ICN Amsterdam). | ![]() |
ARTCARE- und MicroChamber-Papiere und -Kartons sind alterungsbeständige, alkalisch gepufferte Papiere, in die Molekularsiebe eingearbeitet sind. Diese Materialien eignen sich für Einrahmungen, für Passpartouts, als Zwischenlagen für Graphiken, zum Anfertigen von Archivtaschen oder - schachteln, aber auch zum Auskleiden älterer Behältnisse. (siehe Nielsen-Bainbridge, Conservation Resources, Hollinger 1993 und 1994, Rempel 1996. Holzflächen, mit MicroChamber abgedeckt, emittieren deutlich weniger Schadstoffe in die Vitrine. |
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Auch Polymere adsorbieren Schadstoffe, z.B. Styrol-Divinylbenzol-Harze (Parmer 1991, Brauer 1996), aber auch Plexiglas und viele andere Substanzen, die aber für die Museumspraxis weniger von Interesse sein dürften (Shashoua 1995, Parmer 1991, Riederer 1977). Schafwolle vermindert Formaldehyd und Stickoxide, setzt jedoch Schwefelwasserstoff frei.
Eine extrem hohe Aufnahmekapazität für Essigsäure besitzt Lanthanoxyd La2O3 (Finn 1999), das auch mit Formaldehyd reagiert. Morris 1998 nennt ein sehr teures MCM-Silikagel, das aufgrund seiner extremen Offenporigkeit auch besonders für ruhende Luft geeignet sein dürfte. Brokerhoff 1998 empfiehlt als low-cost Möglichkeit KOH- imprägniertes Filterpapier, um Essigsäurekonzentrationen in historischen Eichenschränken vermindern. Das Filterpapier darf selbstverständlich nicht mit Kunstwerken in Kontakt kommen.